Erleuchtung des Tages

January 25th, 2010

Ich bin süchtig nach Aufmerksamkeit,

die ich mir selber nicht geben kann.

lichtundschatten, 25. januar 2010

versprechen

December 25th, 2009

im juli schwor ich bis jahresende mein leben zu verändern. anfangs habe ich mich sehr schwer getan diesen so wichtigen schritt auch wirklich zuzulassen und dann auch tatsächlich los zu gehen. den ersten schritt zögerte ich wochenlang hinaus und habe mich stattdessen in der zwischenzeit lediglich um das organisatorische drumherum gekümmert.

doch mit viel einsatz in form von gruppen, sport, aufenthalten, gesprächen, büchern, nachdenken, schreiben, ärzten und beratungen, dem glück des tüchtigen und dem festen vorsatz mich zu verändern ging es nach dem ersten schritt, der wohl immer der allerschwierigste ist, viel schneller weiter als ich es mir selber habe vorstellen können. endlich konnte ich es vor mir selber und für mich zulassen. die zeit hatte ich auf meiner seite. und mein wille machte unmögliches möglich…

nun habe ich eine nacht darüber geschlafen und es fühlt sich immer noch sehr, sehr gut an. ohne lange wartezeit von mehreren monaten direkt und sofort den nächsten schritt mutig und noch in diesem jahr zu beginnen ist höchstwahrscheinlich die beste idee meines lebens.

ich könnte nun dort anrufen und heute noch unklarheiten abstimmen… doch ich habe keine fragen mehr. mein weg liegt nun glasklar und eindeutig vor mir. und jetzt gehe ich ihn einfach weiter. demütig dankbar für dieses wunder breche ich auf in eine zukunft und werde mich meinen zweifeln und ängsten stellen. und mich von meinem groll befreien lassen.

deren ursache mir klar ist. der damit verbundene schmerz wird gewaltig werden. doch dort wird mir dabei geholfen ihn zuzulassen und ihn danach in frieden mit mir in den himmel zu entlassen. und danach werde ich frei sein mit sehr viel mehr platz in meinem herzen für die liebe. und dann darf und kann ich endlich so das leben mit all seinen wunderschönen momenten anders lieben und neu leben…

gestern freute ich mich sehr über IHRE weihnachtskarte. heute schüttel ich nachdenklich den kopf und erkenne IHR unvermögen. SIE spricht ihren sohn immer noch so an… obwohl ich schon seit über zehn jahren anders heiße… genau dort werde ich hinsehen.

ja, und ICH halte meine versprechen.

schätze

December 24th, 2009

melvins stern

December 24th, 2009

Melwin war ein Engel. Kein besonders bedeutender Engel. Er saß nicht zur rechten Hand Gottes. Wenn alle Engel sich versammelten und sich niedersetzten, um Gottes Weisheit zu vernehmen, blieb Melvin im Hintergrund stehen. Melwin stand da, mit Eimer und Besen, und wartete. Und wenn er irgendwo ein Stäubchen entdeckte, rannte er gleich hin und kehrte es in seinen Eimer. Das war keine besonders große Aufgabe, wirklich nicht. Engel sind schrecklich sauber. In tausend Jahren konnte es vorkommen, dass einmal eine kleine Feder von irgendwoher herabschwebte. Aber Melwin war sofort zur Stelle und kehrte sie auf. Er wäre ja eigentlich lieber Wolkenwäscher gewesen. Oder noch lieber Sternenputzer. Jedes Mal, wenn am himmlischen Anschlagbrett eine freie Stelle angezeigt wurde, war Melwin als Erster da. Aber wenn er dann den Wolkenschrubber nehmen und die Wolken abschrubben sollte, war das Ding so groß, dass Melwin selbst unter die Borsten geriet und geschrubbt wurde. Und auch die Putztücher der Sternputzer konnte Melwin kaum hochheben. Wenn es ihm einmal gelang, dann blähte sich das Riesentuch auf und hüllte ihn in seine großen, weichen Falten, sodass er überhaupt nicht mehr zu sehen war. Aber Melwin gab nicht auf. Und eines schönen Tages – wer hätte das gedacht – war er nicht nur als Erster da, um sich zu bewerben. Er war sogar der Einzige. „Was denn, bin ich zu früh?“, fragte Melwin den Engel vom Dienst. Der Engel vom Dienst sah gar nicht von dem großen Hauptbuch auf, sondern schrieb weiter, Zeile um Zeile, mit dem langen Federkiel. „Nein“, sagte er. „Oder bin ich zu spät?“, fragte Melwin. Der Engel vom Dienst malte den Querstrich des Buchstabens T und setzte einen Punkt auf das i. „Du bist rechtzeitig gekommen.“ Er hielt Melvin ein Putztuch hin. „Geh zehn Millionen Meilen in westlicher Richtung und dann einen Schritt nach links. Da findest du den Stern, dem du zugeteilt worden bist.“ Melwin traute seinen Ohren kaum. Er war Sternputzer geworden. Und seinen Augen wollte er auch nicht trauen: das Putztuch hatte genau die richtige Größe für seine Hände. „Es ist nur ein sehr kleiner Stern“, sagte der Engel vom Dienst. „Willst du die Arbeit übernehmen?“ „Oh ja, natürlich!“, rief Melwin. „Gut. Alle anderen haben nämlich abgelehnt.“

Es war auch wirklich kein Stern, mit dem man als Sternputzer viel Aufsehen erregen konnte. Er war schon sehr, sehr klein und glänzte nur matt. Aber er war alles, was Melvin sich gewünscht hatte. Er putzte seinen Stern morgens und nachmittags. Und spät abends, wenn die anderen Sternputzer ihre Poliertücher schon weggelegt hatten, wischte und rieb Melwin immer noch weiter. Wenn er dann schließlich nach Hause gehen wollte, konnte er sich kaum losreißen. Immer wieder kam er zurück und wischte noch mal mit dem Ärmel über den Stern. Und ganz allmählich, nach und nach, viele Tage, viele Jahre, vielleicht sogar zweitausend Jahre später, fing Melwins glanzloser Stern an zu glänzen. Der Himmelsstrich, wo er stand, war früher finster und unheildrohend gewesen. Nun wurde er heller und freundlicher. Melwin war bei seiner Arbeit so froh, dass die Zeit verging wie im Fluge. Und er hätte auch bestimmt nichts von dem großen Wettbewerb erfahren, wenn sein Freund Gamaliel ihn nicht besucht hätte.

Aber Gamaliel kam zu Besuch und als er sah, wie Melwins Stern glänzte und funkelte, sagte er: “Du solltest dich mit deinem Stern an dem großen SternWettbewerb beteiligen, Melwin.“ Melwin sah sich nach seinem Stern um. „Er ist sehr klein für einen Wettbewerb.“ „Von groß oder klein war nicht die Rede“, sagte Gamaliel. „Du hast da einen sehr schönen, strahlenden Stern, Melwin.“
„Das stimmt“, sagte Melwin.

Diesmal war Melwin aber nicht der Erste in der Reihe. Nein, er war der Allerallerletzte. Vor ihm standen die großen Sternputzer-Engel, einer immer noch größer und mächtiger als der andere. Und jeder trug einen riesengroßen, leuchtenden Stern.
Gamaliel stieß Melwin mit dem Ellenbogen an. „Vielleicht hätten wir doch nicht herkommen sollen“, flüsterte er. „Größe allein macht nichts“, sagte Melwin und rieb noch einmal über seinen Stern. Die lange Reihe der Sternputzer rückte langsam vor und zog an Gottes Thron vorbei. Und bei jedem der großartigen, glitzernden Sterne, die ihm vorgeführt wurden, schüttelte der Herrgott den Kopf. „Nein, nein“, sagte er. „Das ist nicht der richtige für einen Geburtstag.“ Schließlich war nur noch Melwin übrig.

Aber gerade in dem Augenblick, als Melwin mit seinem Stern vor den Herrgott treten sollte, erscholl ein Trompetenstoß. Der Himmel erzitterte und die Engel erhoben mutlos die Hände. Der Erzengel Gabriel war gekommen, um sich mit seinem Stern an dem Wettbewerb zu beteiligen. Und der Erzengel Gabriel gewann jeden Wettbewerb. Mit seiner großen, goldenen Trompete in der rechten Hand und dem prachtvollen Stern in der linken schritt Gabriel durch die Reihen der Engel. Er hielt Gott seinen Stern hin und der Stern blitzte und funkelte in allen Farben, die es je gegeben hatte und die es je geben würde. Dann trat Gabriel zurück und wartete darauf, zum Sieger ausgerufen zu werden.

Aber der Herrgott, der alles sieht, sah Melwin dastehen und warten. „Der Wettbewerb ist noch nicht abgeschlossen“, sagte er. „Komm, Melwin. Zeig mir deinen Stern.“ Melwin trat vor und hielt seinen Stern hoch. Der Herrgott sah zu dem Stern herab, der ruhig und freundlich strahlte, und er nickte ein paar Mal und lächelte. „Du hast es verstanden, Melwin“, sagte der Herrgott. „Das ist der richtige Stern.“ Alle Engel im Himmel jubelten und Gabriel ließ seine goldene Trompete erschallen.

Komm´ mit mir, Melwin“, sagte der Herrgott. Melwin fasste seinen Stern fester und lief hinter dem Herrgott her, der quer durch den Himmel schritt. Ab und zu sah der Herrgott sich um und betrachtete Melwins Stern und sein warmes, freundliches Licht.
„Doch, der wird ihm gefallen“, sagte er. „Der wird ihm bestimmt gefallen.“ Schließlich blieb der Herrgott vor einem dunklen, weiten Wolkenloch stehen. „Stell ihn hierher, Melwin. Ja so. Genau so.“ „Wie gut er dahin passt“, sagte der Herrgott.
„Sein Licht macht alles froh, was er bescheint. Sieh nur, Melwin, sieh nur.“ Melwin gab seinem Stern noch einen letzten Wischer mit dem Ärmel. Und dann, während der Stern noch strahlender und heller aufleuchtete, sah er hinab – auf die kleine Stadt Bethlehem…

als buch beispielsweise hier

zeit

December 24th, 2009

charakter

December 24th, 2009

charakter

ich bin so
unendlich dankbar!

ich habe so
lange diese zweifel gespürt.

ich habe so
oft das trügerische lächeln gesehen.

und habe so
nun endlich klarheit

welchen charakter
ich wirklich vor mir habe!

lichtundschatten, 23.12.2009

strom

December 24th, 2009

strom

ich bin mir
gar nicht sicher
zu welchen ufern

mich der strom
meines lebens
spülen wird

doch ich habe
die tiefe zuversicht
das alles
besser wird

ich weiß nicht
wie es wird
aber ich weiß
das es gut wird

lichtundschatten, 23.12.2009

den

December 22nd, 2009

merke ich mir:

Habe den Mut in eigene Tiefen zu gehn,
in die eigene Bedürftigkeit hinabzusteigen und
dich mit deinen dunklen Seiten lieben zu lassen
und auszusöhnen. DAS befreit und bewirkt Leben.

fragen

December 22nd, 2009

spricht sie von sich?

spricht sie von mir?

wie meint sie es wenn sie spricht?

was meine ich zu verstehen?

kann ich damit leben?

darf ich hoffen?

muss ich weinen?

können WIR so leben und lieben?

lichtundschatten, 13.11.2009

manchmal

December 22nd, 2009

manchmal

bin ich nicht da
wo ich bin…

und manchmal

bin ich dort
wo ich nicht bin…

lichtundschatten, 12.11.2009

Three

December 22nd, 2009
Swiss witch-bitches which wish to be switched swiss witch-bitches,
wish to watch Swiss Swatch watch switches. Which Swiss witch-bitch which
wishes to be a switched Swiss witch-bitch, wishes to watch which Swiss
Swatch watch switch?

wunderbar. als antwort dazu sag ich bloß:

thirteen thirsty thrushes thrust through a thick thicket, through a thick thicket thirteen thristy thrushes thrust….

oder doch lieber:
blaukraut bleibt blaukraut und brautkleid bleibt brautkleid?
uff, nach so viel brain gym bin ich schon wieder ganz platt

immekeppel

amani

December 22nd, 2009

Ich lebe ein Wolfsleben
Ich bin ein Wolf, Ich habe Leben und Tod gesehen.
Ich habe Glück erfahren, Sorge und Schmerz.

Ich lebe ein Wolfsleben.
Ich bin ein Teil unserer Mutter, der Erde.
Ich habe ihr Herz an meinem schlagen gefühlt.
Ich habe ihren Schmerz gefühlt und ihre Freude.

Ich lebe ein Wolfsleben.
Ich bin ein Teil unseres Vaters, des grossen Geheimnisses.
Ich habe seinen Kummer gefühlt und seine Weisheit.
Ich habe seine Geschöpfe gesehen, meine Brüder, die Tiere,
die Vögel die redenden Flüsse und Winde, die Bäume,
alles was auf Erden und alles, was im Universum ist.

Ich bin mit den Sternen verwandt.
Ich kann sprechen, wenn Du zu mir sprichst.
Ich werde zuhören, wenn Du redest.
Ich kann Dir helfen, wenn Du Hilfe brauchst.

Aber verletze mich nicht, denn ich kann fühlen wie Du.

Ich habe die Kraft zu heilen, doch du wirst sie erst suchen müssen.
Vielleicht denkst du, ich bin bloss ein Wolf,
der in der Stille daliegt, auf feuchtem Grund.

Aber das bin ich nicht, ich bin ein Teil des Lebens,
ich lebe, ich helfe denen die mich achten.

1998 widmete Hans Schlegel dieses Gedicht seinem Wolf Amani